„Was ich will,
das kann ich!“
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Mentoring für Migrantinnen an der Universität Trier und der TU Kaiserslautern

Diese Interviews sind der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters entnommen. Den vollständigen Newsletter können Sie hier einsehen.

Im letzten Jahr starteten an der Universität Trier und der Technischen Universität Kaiserslautern Mentoring-Programme speziell für Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung. Im Interview sprechen Vera Lorenz, die das Migrantinnen-Angebot am Standort Trier betreut, und Makbule Engelhardt, Projektleiterin in Kaiserslautern, über die Angebote, ihre Resonanz und ihre Wünschen für die Zukunft der Projekte. 


In Trier wird in Kooperation mit dem Ada-Lovelace-Projekt ein Mentoring für Schülerinnen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung angeboten, das besonders auf das Zusammenbringen der Mädchen und gemeinsame Erlebnisse zielt. Finanziert wird das Projekt vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz.
 
Wie sieht das Angebot für geflüchtete Frauen in der Praxis konkret aus?
Vera Lorenz: Von Dezember 2017 bis März 2018 trifft sich eine kleine Gruppe von Schülerinnen der 5.-8. Klassenstufen jeden Freitagnachmittag nach der Schule und wird von zwei Lehramtsstudentinnen betreut. Durch pädagogische Trainings und durch die Erfahrungen aus ihrem Lehramtsstudium sind die Studentinnen optimal auf die Tätigkeit als Mentorin vorbereitet, erhalten aber durch das Projekt wiederum die Chance wertvolle Praxiserfahrung für ihren späteren Beruf zu sammeln.

Die Schülerinnen probieren sich an spannenden Mitmachangeboten wie der Leonardobrücke aus, Löten, basteln leuchtende Grußkarten, programmieren Roberta, lernen den Algorithmus hinter einem Zauberwürfel kennen oder beschäftigen sich mit Recycling und Nachhaltigkeit. Sie begleiten das Projekt mit einem Lerntagebuch, in dem sie ihre Erlebnisse festhalten und Erfahrungen reflektieren. Ein weiterer wichtiger Baustein des Projekts sind die gemeinsamen Gruppenausflüge (z.B. gemeinsames Kochen, Stadtführung, Museumsbesuch, Bowling). Die Ausflüge sollen die Gruppe enger zusammenschweißen und den Schülerinnen die Umgebung und Kultur vor Ort näher bringen.
 
Welche Ziele verfolgt ihr damit?
Wir möchten, dass die Mädchen ihr Recht auf Bildung verwirklichen können und haben uns zum Ziel gesetzt, das eigenverantwortliche Lernen und die soziale Integration der Schülerinnen zu fördern. Wir möchten ihnen mit dem Projekt Gelegenheit bieten, in einem geschützten Rahmen zusammenzukommen, unter sich zu sein und miteinander Spaß zu haben und Neues zu entdecken.

Mentoring bietet die Möglichkeit, auf individuelle Bildungsverläufe Einfluss zu nehmen und besondere Fähigkeiten der Teilnehmenden bewusst und sichtbar zu machen. Mit der Förderung möchten wir nicht nur bewirken, dass sie sich frühzeitig mit ihren Fähigkeiten und ihrem eigenen Bildungsweg auseinandersetzen können, sondern dass sie durch die Teilhabe auch ihren Selbstwert und ihr Selbstvertrauen stärken sowie Freundschaften aufbauen können, die im besten Fall das Projekt überdauern.

In Trier wird vielfältige Unterstützung für Migrant*innen und Geflüchtete geboten: Beratungsangebote für Erwachsene rund um das Thema Beruf, Sprachförderung und Sportangebote für Kinder, Betreuungsangebote für Kleinkinder oder Unterstützungsangebote für geflüchtete Studierende etc. Wir wollten mit einem Mentoring‐Angebot speziell nur für Mädchen das bestehende Angebot vor Ort um eine neuwertige Maßnahme optimal ergänzen.
 
Wie ist die Resonanz? Was wünschst du dir für die Zukunft?
Die Resonanz ist leider nicht so groß wie erhofft. Obwohl wir intensiv für das Projekt geworben haben und die Schulen der Region das Angebot mit Interesse aufgenommen haben, kam nur eine kleine Gruppe von Schülerinnen zusammen.

Umso mehr freut uns, dass die Schülerinnen, die teilnehmen, mit Freude, Interesse und Spaß dabei sind und sich immer mehr und mehr öffnen. Teilweise haben sie trotz ihres jungen Alters schon klare Vorstellungen davon, wo sie einmal beruflich hinwollen. So möchte eines der Mädchen später Architektur studieren und fragt die Mentorinnen gerne mal über das Universitätsleben aus. Von einer ehrenamtlichen Betreuerin der Flüchtlings-familie wissen wir, dass das Mädchen außer zur Schule kaum aus ihrem Zuhause rauskommt. Mit ihren älteren Brüdern könne das Mädchen nichts unternehmen und es wirke sehr schüchtern und fast abwesend. Im Projekt taut sie regelrecht auf und die Mentorinnen stellen fest, dass sie ein großes Interesse an für Mathematik zeigt. Genau solche „nachhaltigen“ Entwicklungen würde ich mir für die Zukunft wünschen. 


Makbule Engelhardt

Im Rahmen des Projekts „ComMINT – Neue Chance für Mädchen aus Flüchtlingsfamilien“ an der TU Kaiserslautern arbeiten Projektleiterin Makbule Engelhardt und ihre Mentorinnen in Kooperation mit dem Projekt „Zauberhaft Physik mit Sprach- und Sachkisten“ von Maren Heinzerling, um in praktischen Workshops das Lesenlernen mit dem Wecken physikalischer Interessen und der Förderung feinmotorischer Fähigkeiten zu verbinden.
 
Wie sieht das Angebot für geflüchtete Frauen in der Praxis konkret aus?
Makbule Engelhardt: In der Praxis arbeiten die Mädchen in Zweiergruppen, lesen zu zweit eine Anleitung und bauen ein Experiment zusammen, wobei ein Kind jeder Zweiergruppe möglichst über einige Deutschkenntnisse verfügen sollte. Die Mentorinnen  gehen von Tisch zu Tisch, helfen bei Problemen und sind immer wieder erstaunt, wie gewitzt sich die kleinen Leseteams durch die Texte kämpfen, wie viel Freude es ihnen macht, wenn ihr Experiment funktioniert.

Durch die Erfolgserlebnisse in den Workshops wird auch das Selbstbewusstsein der Mädchen gestärkt. Ein funktionierendes Experiment bedeutet Erfolg, Erfolg beim Erlernen der deutschen Sprache. Die Ergebnisse aus den Workshops können die Mädchen mit nach Hause nehmen und den Tag in Erinnerung behalten.
 
Welche Ziele verfolgt ihr damit?
Ziel ist es, den Schülerinnen aus Flüchtlingsfamilien neue Chancen und Perspektiven im deutschen Bildungssystem aufzeigen und ihnen einen Einblick in die Studien- und Berufswelt zu geben. Mithilfe der Sprach- und Sachkisten soll das Interesse der Mädchen an Naturwissenschaft und Technik geweckt und gleichzeitig die Sprachkenntnisse in Deutsch verbessert werden. Mentorinnen treten in den Workshops als Vorbilder auf und machen den Schülerinnen aus Flüchtlingsfamilien Mut, ihren Weg zu gehen. Das Selbstbewusstsein der Schülerinnen soll außerdem gestärkt werden. Sie sollen erleben, dass sie hier in Deutschland akzeptiert und willkommen sind.
 
Wie ist die Resonanz? Was wünschst du dir für die Zukunft?
Die Resonanz seitens der Teilnehmerinnen im Projekt ist durchweg positiv. Auch die betreuenden LehrerInnen der Kooperationsschulen, sowie die Kontaktpartner aus Flüchtlingsunterkünften, sind über das neue Projektangebot erfreut und nutzen es stark.

Das Projekt ComMINT ist noch in den Kinderschuhen. Es wurden erste Erfahrungen gesammelt und neue Kontakte aufgebaut. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass das Pilotprojekt, welches durch die Finanzierung des  Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz gestartet ist, weitergefördert wird. Denn nur durch nachhaltige Angebote wird den Schülerinnen geholfen. Der Bedarf ist sehr groß und wird in den kommenden Jahren noch weiter wachsen.

Willkommen auf der Webseite des Ada-Lovelace-Projekts, dem rheinland-pfälzischen Mentoring-Netzwerk für Frauen in MINT. Sie befinden sich zurzeit auf der Seite Zentrale Koordinierungsstelle. Falls Sie Informationen zu einem bestimmten Standort suchen, wählen Sie diesen über das Standort-Menü oben an.
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