„Was ich will,
das kann ich!“
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„Traut euch! MINT macht Spaß!“ – Interview mit Staatsminister Konrad Wolf

Warum brauchen wir mehr Frauen in MINT, welche Rolle spielt das ALP dabei und welche Erfahrungen hat Minister Konrad Wolf eigentlich selbst in MINT-Berufen gesammelt? Diese Fragen beantwortet der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister und ALP-Förderer im Interview.


Welchen Bezug haben Sie persönlich als studierter Physiker zu MINT-Fächern?

Während meines Studiums hatte ich nur sehr wenige Kommilitoninnen im Fach Physik. Mittlerweile sind es zwar mehr Frauen geworden, die Physik studieren, aber noch immer viel zu wenig! Die Wirtschaft sucht händeringend Fachkräfte und dort werden nicht nur Männer gesucht! Als Wissenschaftsminister wünsche ich mir, dass Frauen und Männer gleichwertig in allen Disziplinen an unseren Hochschulen vertreten sind. Deshalb ist mir die MINT Förderung besonders wichtig.

 

Welche Rolle spielt dabei das Ada-Lovelace-Projekt und sein Mentoring-Ansatz?

Das Ada-Lovelace-Projekt wirkt durch Vorbilder und das in einem Fächerspektrum, in dem wir leider noch immer viel zu wenige Frauen unter Studierenden, Promovierenden und Professorinnen haben.

Leider scheinen sich viele junge Frauen für ein Studium oder einen Beruf im MINT-Bereich nicht zu interessieren oder sie trauen es sich nicht zu. Vielfach wissen sie vielleicht einfach auch zu wenig über die Anforderung oder den Ablauf. Das ist sehr schade, denn wir brauchen gut ausgebildete MINT-Frauen an unseren Hochschulen, damit unsere Hochschullandschaft innovativ und konkurrenzfähig ist!

Aus diesem Grund freue ich mich über den Erfolg des Ada-Lovelace-Projektes, es wirkt hier einzigartig: Durch die Role-Models haben junge Frauen positive Vorbilder und haben öfter den Mut, sich auch für ein MINT-Fach zu entscheiden. Und wenn Frauen später eine akademische Karriere in diesem Bereich anstreben oder einen MINT-Beruf ergreifen, wirkt das Projekt nicht nur auf die Studieneingangsphase, sondern auf den gesamten wissenschaftlichen Verlauf in den MINT-Fächern.

 

Was muss Rheinland-Pfalz noch tun angesichts des Fachkräftemangels in MINT-Berufen? Und was speziell im Hinblick auf Frauen?

Ich bin davon überzeugt, dass wir die Kompetenzen von Frauen und Männern brauchen. In den Disziplinen des Fachkräftemangels gilt das ganz besonders. MINT ist im Rahmen dieser Diskussion ein sehr wichtiges Thema. Wir haben unter der Federführung meiner Kollegin Frau Ministerin Hubig in Rheinland-Pfalz eine MINT-Initiative gestartet. Gemeinsam werden wir zukünftig in Rheinland-Pfalz MINT-Regionen bilden – das sind regionale Netzwerke zur Stärkung der MINT-Bildung. In diesen Regionen sollen die unterschiedlichen Akteure: Kitas und Schulen, Hochschulen und Forschungsinstitute, Unternehmen und Verbände, Politik und Verwaltung, Stiftungen und Vereine – ihre Aktivitäten zur Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung koordinieren und gemeinsam weiterentwickeln.

Natürlich werden wir auch hier den Fokus auf die Gleichstellung richten und  ein Konzept erarbeiten, um die MINT-Förderung an unseren Hochschulen zu intensivieren und auszuweiten, wo es notwendig ist.

Unsere Hochschulen sind bereits sehr aktiv, beispielsweise durch das Ada-Lovelace-Projekt. Aber auch im Hochschulpakt III gibt es in der Projektlinie für „Mehr Teilhabe von Frauen in der Wissenschaft“ zahlreiche Projekte, die Frauen in MINT fördern – auch auf den höheren Stufen der Wissenschaftskarriere. An der Schnittstelle Schule – Hochschule gibt es vielfältige Projekte, um den Übergang von der Schule zur Hochschule besonders zu begleiten. Das Carl-Zeiss-Stiftung Kolleg hat es sich zur zentralen Aufgabe gemacht, im Bereich der Förderung von Studieninteressen und Studienerfolg in MINT-Fächern bestehende Projekte zu identifizieren und good-practice-Beispiele auf andere Fächer und Hochschulen zu übertragen. Darüber hinaus ist Frau Ministerpräsidentin Dreyer am 24. Februar 2016 als Repräsentantin von Rheinland-Pfalz dem „Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen“ beigetreten. Auch dies ist wichtig, da so das bundesweite Networking, das „Spicken“ über die Tellergrenzen des Bundeslandes hinaus geschieht.

Dies sind alles einzelne Projekte, die wir nun zu einem Gesamtbild ausweiten wollen.

 

Das Ada-Lovelace-Projekt richtet sich unter anderem auch an Nachwuchswissenschaftlerinnen im MINT-Bereich. Laut Statistischem Bundesamt sind derzeit nur 1.400 Lehrstühle in den Ingenieurswissenschaften mit Frauen besetzt, von insgesamt über 12.000. Welchen Handlungsbedarf sehen Sie hier als Wissenschaftsminister?

Da müssen wir dringend etwas tun! Die rheinland-pfälzischen Hochschulen bieten zahlreiche spannende Studienfächer aus dem mathematisch-technisch-naturwissenschaftlichen Spektrum an. Aber nicht nur die Studentinnen in den MINT-Fächern sind wichtig, sondern auch mehr Frauen im gesamten Wissenschaftsverlauf. Knapp 34 % (2016) Frauen promovieren in MINT in Rheinland-Pfalz (Bund: ebenso) und aktuell (2016) sind 13,6 % der MINT-Professuren mit Frauen besetzt (Bund: 14,1%).

Derzeit evaluieren Expertinnen und Experten unsere Hochschulen. Gemeinsam mit den Hochschulen wollen wir in einem Hochschulzukunftsprogramm eine neue, solide Grundlage für die Zukunftsfähigkeit und die erfolgreiche Weiterentwicklung des Wissenschaftslands Rheinland-Pfalz  schaffen. Hierzu gehören natürlich auch die Themenkomplexe MINT und Gleichstellung. Ich erhoffe mir Impulse, wie wir darauf hinwirken können, den Frauenanteil insbesondere in diesen Disziplinen zu erhöhen.


Sie waren unter anderem am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und in der Entwicklung mikroelektronischer Bauelemente bei Siemens und der Infineon AG tätig. Was würden Sie jungen Frauen raten, die zögern, in einen von Männern dominierten Bereich zu gehen?

Traut euch! MINT macht Spaß! Und viele Dinge, die vielleicht im ersten Moment schwierig erscheinen, lassen sich dann einfach lösen. Nur wenige Kommilitoninnen zu haben sollte kein Hinderungsgrund sein, sondern eher eine stärkere Motivation. Ich bin überzeugt davon, dass junge Frauen ebenso das Potential für diese Fächer haben, wie ihre männlichen Kollegen.

Denkt an eure Zukunftsperspektiven, wenn ihr vor der Wahl eines Studienfaches steht. Nutzt die Beratungsstellen der Hochschulen und die Koordinatorinnen des Ada-Lovelace-Projektes in Rheinland-Pfalz: Sie sind kompetente und engagierte Ansprechpartnerinnen für Euch!

Das Motto des Projektes bringt es auf den Punkt: Was ich will, das kann ich!

Willkommen auf der Webseite des Ada-Lovelace-Projekts, dem rheinland-pfälzischen Mentoring-Netzwerk für Frauen in MINT. Sie befinden sich zurzeit auf der Seite Zentrale Koordinierungsstelle. Falls Sie Informationen zu einem bestimmten Standort suchen, wählen Sie diesen über das Standort-Menü oben an.

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