„Was ich will,
das kann ich!“
Zentrale Koordinierungsstelle > Ministerin Anne Spiegel im Interview

Ministerin Anne Spiegel im Interview

Das rheinland-pfälzische Frauenministerium ist eines der Initiatoren des Ada-Lovelace-Projekts und unterstützt es bis heute. Anne Spiegel, Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz, teilt uns Ihre Ansichten über die Bedeutung des Frauenteils in MINT-Bereichen und die wichtige Rolle von Mentoring-Projekten mit.

 

Der Frauenanteil in MINT-Studienfächern ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen, mittlerweile sind bundesweit 32% der MINT-StudienanfängerInnen weiblich (Quelle: Komm, mach MINT). Welchen Beitrag leisten Mentoring-Netzwerke wie das Ada-Lovelace-Projekt Ihrer Meinung nach dazu?

Mentoring-Programme haben einen nicht zu unterschätzenden Anteil an diesem Anstieg. Seit 2008 bis heute ist die Zahl der MINT-Studienanfängerinnen bundesweit von 60.000 auf über 110.000 Studienanfängerinnen in 2016 gestiegen. Das ist ein beachtlicher Erfolg, den wir auch in Rheinland-Pfalz zu verzeichnen haben. Als Frauenministerin motiviert mich das, weiterhin Programme wie das Ada-Lovelace-Projekt zu unterstützen, damit der Frauenanteil im MINT-Bereich kontinuierlich ansteigt. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll und wichtig ist Schülerinnen für MINT-Berufe frühzeitig zu motivieren. Dann kann man auch frühzeitig ihre naturwissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten und Talente fördern.

Mentoring-Programme und -Netzwerke für junge Frauen und Mädchen wie das Ada-Lovelace-Projekt tragen nun bereits seit 20 Jahren dazu bei, das Bild der MINT-Berufe in dieser Zielgruppe zu verändern und damit mehr junge Frauen für diese Berufsfelder zu gewinnen. Die weiblichen Studierenden und Auszubildenden aus MINT-Berufen, die in Schulen oder Hochschulen über ihre Berufe und Studienfächer berichten sind dabei für die Schülerinnen „Rollenvorbilder“ und helfen Geschlechterstereotypen bei der Berufswahl zu überwinden.

Warum ist aus Ihrer Sicht als Frauenministerin eine höhere Beteiligung von Frauen im MINT-Bereich wichtig?

Der Fachkräftemangel in den MINT-Berufen hat deutschlandweit in diesem Jahr ein dramatisches Ausmaß erreicht: Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft waren 440 000 MINT-Stellen im Juni 2017 unbesetzt. Das sind 13,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Besonders prekär ist die Situation in den FacharbeiterInnenberufen.

Als hochentwickeltes, technisiertes Land sind wir aber dringend auf Fachkräfte angewiesen. Dies ist eine große Chance gerade auch für Frauen, denn sie stellen ein großes Fachkräfte-Reservoir für unsere Wirtschaft dar.

Ein weiterer Grund für eine stärkere Beteiligung von Frauen in MINT-Berufen: Sie bereichern Unternehmen in vielfältiger Weise.

Man weiß mittlerweile, dass beispielsweise in der Produktentwicklung die Sichtweise von Frauen oft entscheidend für eine erfolgreiche Entwicklung und Vermarktung eines Produktes ist.

Aus vielen wissenschaftlichen Untersuchungen ist zudem bekannt, dass Frauen stärker die Kommunikation in Teams oder die Teamarbeit fördern. Frauen haben oft eine andere Herangehensweise an Problemstellungen und finden auch andere Lösungen als Männer, das ist gerade in technischen Berufsfeldern ein Vorteil. Die meisten Unternehmen haben dies bereits erkannt und fördern aktiv die Einstellung von Frauen und ihre berufliche Entwicklung.

Was würden Sie jungen, talentierten Frauen sagen, die zögern, in einen „Männerberuf“ zu gehen?

Ich würde Schülerinnen raten, ihre Berufs- oder Studienfachwahl in erster Linie nach ihren persönlichen Interessen und Fähigkeiten zu treffen und dabei auch zukunftsträchtige Berufe, beispielsweise in Naturwissenschaft und Technik mit in Erwägung zu ziehen. Wenn eine junge Frau Spaß an mathematischen oder naturwissenschaftlichen Fragestellungen hat, kann ich sie nur ermutigen diesen Weg weiter zu verfolgen!

Gerade in den technischen und ingenieurwissenschaftlichen Studienfächern und Berufen, wie etwa in der Elektro-, Luft- und Raumfahrttechnik oder im Maschinen- und Anlagenbau haben Frauen gute Zukunftsperspektiven, denn Fachkräfte werden dort händeringend gesucht. Das gleiche gilt natürlich auch für die Ausbildungsberufe, wo wir seit vielen Jahren eine Stagnation des Frauenanteils in den MINT-Berufsfeldern feststellen. Unter den zehn beliebtesten Ausbildungsberufen bei Frauen ist kein einziger aus dem MINT-Bereich, hier haben wir noch einen großen Nachholbedarf.

Ich würde jungen Frauen auch raten, sich nicht von Vorurteilen über vermeintlich „frauenuntypische Berufe“ abschrecken zu lassen. Die leider immer noch verbreiteten Geschlechterstereotypen sind überholt, aber sie beeinflussen junge Frauen nach wie vor und damit auch ihre Berufsentscheidung. Hier müssen wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten, denn die Geschlechterrollen haben sich über Jahrhunderte in den Köpfen festgesetzt. Sie werden von Frauen wie Männern, von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen sowie den Personalverantwortlichen in den Betrieben und Unternehmen auch heute noch – bewusst oder unbewusst – am Leben gehalten. Dabei sind sie schon lange Schnee von gestern.

Worauf freuen Sie sich bei der Jubiläumsfeier des Ada-Lovelace-Projekts ganz besonders?

Ich bin schon sehr gespannt auf die Workshop-Ergebnisse der Schülerinnengruppen, die bei der Jubiläumsfeier präsentiert werden. Die Mädchen haben viel Zeit und Energie in ihre Projektideen gesteckt. Ich finde es schön, dass sie dafür ausgezeichnet werden.

Ich freue mich auch auf die Begegnungen und Gespräche mit den Projektmitarbeiterinnen und den Mentorinnen der einzelnen Koordinierungsstellen des Ada-Lovelace-Projekts. Ich weiß, dass sie mit sehr viel Herzblut und persönlichem Engagement die Projektidee an ihren Hochschulen umsetzen und mit ihrer Arbeit zu dem großen Erfolg des Ada-Lovelace-Projekts beitragen. Dafür möchte ich mich gern auch persönlich bei ihnen bedanken. 

 

Wir freuen uns, die Ministerin bei der Jubiläumsfeier begrüßen zu dürfen!

Willkommen auf der Webseite des Ada-Lovelace-Projekts, dem rheinland-pfälzischen Mentoring-Netzwerk für Frauen in MINT. Sie befinden sich zurzeit auf der Seite Zentrale Koordinierungsstelle. Falls Sie Informationen zu einem bestimmten Standort suchen, wählen Sie diesen über das Standort-Menü oben an.

Zentrale Koordinierungsstelle Kontakte

Wissenschaftliche Leiterin :

Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl

Universität Koblenz-Landau Campus Koblenz

Universitätsstraße 1
56070 Koblenz

Phone: 0261 287 1920

quaiser@uni-koblenz.de
Leiterin der Zentralen Koordinierungsstelle :

Anne Romahn M.A.

Universität Koblenz-Landau Campus Koblenz

Universitätsstraße 1
56070 Koblenz

Phone: 0261 287 1925
Fax: 0261 287 1927

aromahn@uni-koblenz.de

Ada-Lovelace-Projekt bei:

Piwik Privatsphäre Einstellungen

Ada-Lovelace-Projekt fördern: